Logistik 4.0: Digitalisierung verstärkt den Fachkräftemangel

  • Digitale Startups verschärfen Wettbewerb
  • Konsolidierungswelle bis 2025 erwartet
  • Informationen zu Finanzierungs- und Förderprogrammen dürftig

Hamburg/Kiel, 6. April 2017 - Die mit der Digitalisierung verbundene Produktivitätssteigerung führt bei vielen Logistikunternehmen zu einem eher sinkenden Personalbestand. Es mangelt jedoch an qualifizierten Mitarbeitern, um den Herausforderungen der Logistik 4.0 angemessen zu begegnen. Zudem sind die meisten Unternehmen nicht ausreichend über staatliche Finanzierungs- und Förderprogramme informiert, die sie bei notwendigen Investitionen in neue digitale Technologien in Anspruch nehmen können. Das ergibt die jüngste Quick-Check-Umfrage der HSH Nordbank unter 22 Top-Entscheidern deutscher Logistikunternehmen.

Dabei schätzt ein Großteil der Befragten die Kosten der digitalen Transformation von Prozessen auf mindestens 2,5 % der jährlichen Gesamtkosten. Während große Unternehmen die Finanzierung häufig aus eigenen Mitteln bewältigen, sind insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen oft stärker auf Außenfinanzierungsinstrumente wie Bankenkredite einschließlich öffentlicher Förderprogramme angewiesen. „Hierfür können unsere Kunden bereits auf eine leistungsfähige und ausdifferenzierte Förderlandschaft zurückgreifen, die in Teilbereichen zur Finanzierung von Industrie- und Logistik 4.0-Projekten genutzt werden kann“, sagte Kai-Uwe Höhs, Kundenberater Corporates Logistik bei der HSH Nordbank.

Wettbewerbsdruck steigt

Ein Großteil der Unternehmen sieht sich bereits heute einem verstärkten Wettbewerb durch die Digitalisierung ausgesetzt – insbesondere durch Startups, die auf den Markt drängen und mit disruptiven, digital transformierten Prozessen bisherige Logistikdienstleistungen schneller, kostengünstiger und kundenorientierter abwickeln können. Während sich die Digitalisierung in anderen Branchen bereits etabliert hat, nimmt diese in der Logistik nun auch Fahrt auf. In den nächsten zehn Jahren werden hierzu Firmen in den Markt eintreten und zu einer ernsthaften Konkurrenz für die etablierten Branchenteilnehmer werden. „Unternehmen sind deshalb gut beraten, möglichst frühzeitig in digitale Prozesse zu investieren, um langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können“, so Höhs. Denn laut Umfrage werden Logistiker, die zu spät auf Digitalisierung setzen, bis spätestens 2025 vom Markt verschwinden. Wer dagegen rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergreift, könne von einem überdurchschnittlichen Wachstum profitieren und seine Wettbewerbsposition verbessern.

3-D-Druck erst in fünf bis zehn Jahren vorstellbar

Der aktuelle Digitalisierungsgrad ist bei mehr als der Hälfte der befragten Betriebe nach eigener Einschätzung „gut“- zahlreiche digitale Technologien werden bereits genutzt. Dabei handelt es sich insbesondere um Anwendungen wie Echtzeit Verfolgungs- bzw. Rückverfolgungssysteme, digitale Auftragsbearbeitung, Cloud-Technologien und soziale Netzwerke. Viele Firmen, die noch keine automatische Ankündigung von Transporten implementiert haben, planen derzeit konkret deren Einführung. Während einige Logistiker bereits heute mit QR- oder Strich-Codes sowie Sensoren zur Förder- und Sortiertechnik arbeiten, sind diese Technologien bei den meisten Unternehmen erst in den nächsten Jahren zu erwarten. Gleiches gilt für Big Data Analytics – also die systematische Auswertung und Analyse großer Datenmengen beispielsweise für Marketingzwecke, Risiko- oder Routenmanagement. Dagegen können sich die Befragten den Einsatz von 3-D-Druckern in der Logistikbranche erst in fünf bis zehn Jahren oder gar nicht vorstellen. „Entscheidet sich ein Unternehmer der Logistikbranche dafür, den 3-D-Druck künftig anzubieten, wird er zunächst investieren müssen. Kann er sich damit jedoch nachhaltig in der Wertschöpfungskette verankern, wird er sein Geschäftsmodell mittelfristig um einen wichtigen Baustein mit Ertragspotenzial erweitern“, sagte Höhs.

Hohe Kosten erschweren Einführung

Von der Digitalisierung versprechen sich Logistikunternehmen vor allem eine Produktivitätssteigerung, mehr Transparenz und letztlich geringere Kosten. „Dennoch erschweren eine fehlende Standardisierung und unterschiedliche Kundenanforderungen die Einführung neuer digitaler Technologien“, meinte Höhs. Zudem seien die Kosten für die Umstellung auf neue Systeme oft hoch oder nur schwer kalkulierbar.

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